Es gibt Länder, da stolpert ein Minister über eine falsch abgerechnete Tankquittung. Und es gibt die USA. Genauer: Donald Trump. Ein Mann, der politische Grenzwerte behandelt wie andere Menschen Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Spielstraße: Als freundliche Empfehlung. Schauen wir uns das große „Was wäre eigentlich sonst ein Amtsenthebungsverfahren?“-Best-of an.
In anderen Demokratien wäre eine systematische Härtepolitik gegen Migranten mindestens Anlass für Untersuchungsausschüsse, nächtelange Talkshows und betretenes Stirnrunzeln.
In Trumps Amerika ist ICE dagegen so etwas wie ein Outdoor-Escape-Room: Wer rausfindet, gewinnt – alle anderen verlieren Aufenthalt, Würde und manchmal ihre Kinder.
Vergleich: In Deutschland würde man dafür einen Ethikrat gründen. In den USA gibt’s dafür Wahlkampfapplaus.
Ein Staatschef möchte ein Land kaufen. Kein Witz, kein Satireformat, kein Schülerreferat. Einfach kaufen. (Der weiche Weg).
In Europa würde man die Person sanft aus dem Raum begleiten und fragen, ob sie ihre Tabletten genommen hat.
In den USA wurde diskutiert, ob der Preis fair wäre. Demokratie, aber bitte mit Quittung. Und wenn nicht weich... dann kommt der "harte" Weg.
Wenn ein Präsident sinnbildlich den Mittelfinger hebt – gegenüber Gewerkschaften, Arbeitern oder gleich der Realität – nennt man das andernorts „politischen Selbstmord“.
Trump nennt es „Authentizität“.
Vergleich: Ein Lokführer, der bei voller Fahrt aus dem Fenster winkt und ruft: „Bremsen sind Fake News.“
Unangenehme Fragen? In Demokratien antwortet man ausweichend. Oder gar nicht.
Trump wählt den direktesten Weg: Persönliche Beleidigungen. Öffentlich. Regelmäßig.
In anderen Ländern gäbe es Rücktrittsforderungen.
In den USA gibt’s Standing Ovations, weil „er sagt, was wir denken“.
Gedacht wurde dabei offenbar: „Warum recherchieren Journalisten eigentlich?“
Ein Mob stürmt das Parlament.
In Demokratien: Staatskrise.
Bei Trump: Missverständnis mit Freiheitsdrang – und später Begnadigungen wie Bonuspunkte im Treueprogramm.
Vergleich: Ein Bankräuber bekommt Rabatt, weil er besonders enthusiastisch war.
Wenn Beweise, Fotos, Zeugen und Kalender vorliegen, nennt man das in Demokratien „problematisch“.
Trump nennt es: „Fake“.
Logik: Wenn man etwas oft genug leugnet, löst es sich irgendwann auf – wie ein Zaubertrick ohne Applaus.
Akten verschwinden?
In Europa: Staatsanwalt.
In den USA: Podcast-Debatte, ob Papier vielleicht von selbst wegläuft.
Vergleich: Ein Schüler ohne Hausaufgaben, der erklärt, der Hund habe diesmal auch den USB-Stick gefressen.
Richter unter Druck setzen, Verfahren diskreditieren, Institutionen delegitimieren – andernorts nennt man das Angriff auf den Rechtsstaat.
Trump nennt es: „Schlechte Verlierermentalität der anderen“.
Vergleich: Ein Fußballspieler, der den Schiedsrichter anschreit, weil Regeln so unglaublich unfair sind, wenn sie für alle gelten.
Donald Trump ist der lebende Beweis dafür, dass Demokratie kein Selbstläufer ist, sondern eher ein Fitnessgerät:
Man muss sie benutzen – sonst rostet sie ein.Was in anderen Ländern für Rücktritte, Prozesse oder politische Ächtung reicht, gilt hier als Charaktereigenschaft.
Oder, moderner formuliert: als „starker Führungsstil“.Und während man anderswo fragt: „Darf man das?“, fragt man in Trumps Amerika nur noch:
„Warum hat es diesmal so lange gedauert?“Pep Ironie
– Satire, die leider nur deshalb funktioniert, weil die Realität schon vorher gelacht hat.
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