27 Jan
27Jan

Es ist wieder Dschungelzeit.

Nicht die Zeit der Selbsterkenntnis.

Nicht die Zeit der Grenzerfahrung.

Sondern die Zeit der Garantiesummen.Denn was RTL hier veranstaltet, ist kein Reality-Format, sondern ein Rettungsschirm für Promi-Konten, kurz bevor der Gerichtsvollzieher klingelt und fragt, ob der Bentley vielleicht doch schon finanziert ist.


Garantiegage statt Leistung – Willkommen im Schlaraffenland

Das Wort des Jahres lautet: Garantiesumme.

Keine Zielvereinbarung.

Keine Leistungsparameter.

Kein Bonus-Malus-System. Egal ob jemand:

  • tapfer Schweineanus kaut
  • elegant an einer Kakerlake schnuppert
  • oder sich konsequent drei Wochen vor jeder Prüfung drückt

👉 Das Geld fließt trotzdem. In jeder anderen Branche hieße das:

„Sie kommen nicht zur Arbeit, leisten nichts – hier sind trotzdem 150.000 Euro.“

Man nennt es dort Kündigungsgrund.

Im Dschungel nennt man es Castingkonzept.


Kurze Wissensfrage: Wer seid ihr eigentlich?

Nicole Belstler-Boettcher

Oder wie viele sie kennen:

„Nicole… irgendwas… aus… na… damals…“Ja genau, Marienhof.

Für alle unter 60: Das war eine tägliche Fernsehserie, bevor Netflix erfunden wurde – so etwas wie TikTok, nur mit Dialogen und ohne Filter.

Wer Nicole heute kennt, hat entweder:

  • sehr gute Erinnerungen
  • oder sehr viel Zeit

Gage: ordentlich.

Aktuelle Relevanz: nostalgisch.


Simone Ballack

Berufsbezeichnung: Ex-Frau

Zusatzausbildung: Ex-Frau eines sehr bekannten Mannes. Die Frage sei erlaubt:

Ist sie – abgesehen vom Präfix „Ex“ – noch irgendetwas anderes?

Schauspiel? Musik? Sport?

Nein. Aber das reicht heutzutage vollkommen aus, um im Dschungel mehr zu verdienen als ein Krankenpfleger im Jahr.


Mirja du Mont

Einst Model.

Dann Ehefrau.

Dann Ex-Ehefrau.

Dann Medienpräsenz auf Stand-by. Man könnte fast meinen, das Dschungelcamp sei weniger Show als Auffangbecken für Lebensläufe im Energiesparmodus.


Leistung vs. Gage – eine satirische Rechnung

Aktuell gilt im Camp:

  • 300.000 € für „Ich bin bekannt gewesen“
  • 150.000 € für „Ich erzähle meine Geschichte zum dritten Mal“
  • 70.000 € für „Ich esse vielleicht was, wenn die Kamera läuft“

Leistung? Optional.

Würde? Verhandelbar.


Vorschlag zur Reform: Das faire Dschungel-Modell™

Warum nicht ehrlich?

Grundgage:

👉 1.000 Euro für alle

Dann Prämien:

  • +5.000 € pro Hoden
  • +7.500 € pro Anus
  • +10.000 € für alles, was vorher noch einen Namen hatte
  • +15.000 € Bonus, wenn dabei nicht gewürgt wird
  • +25.000 €, wenn man danach noch „War gar nicht so schlimm“ sagt

Wer mehr verkauft, verdient mehr.

So einfach.

So marktwirtschaftlich.

So ehrlich. Alles andere ist nur moralisches Bio-Label auf einer Dose mit Maden.


Die große Lüge: „Ich wollte mich selbst kennenlernen“

Nein.

Niemand wollte sich selbst kennenlernen. Man wollte:

  • das Konto beruhigen
  • die Schlagzeilen reaktivieren
  • Instagram wieder monetarisieren

Der einzige, der hier wirklich an Grenzen geht, ist die Selbstachtung – und die wird pauschal mitvergütet.


🏁 Fazit

Das Dschungelcamp ist keine Mutprobe.

Es ist eine Inkasso-Vermeidungsshow. Und solange man mit dem Verzehr fremder Körperteile mehr verdient als mit echter Arbeit, sollte niemand fragen, warum sie dort sind – sondern nur, wie viel Würde noch im Sonderangebot ist.

Daher: Sie sind keine Stars..... lasst sie drin !


Foto: Tagesspiegel

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